Sichtbar, aber auch nicht stumm ...

ID: 
421
Kirchenkreis: 
Bayreuth
Ort: 
Naila
Angesiedelt: 
Kleinstadt
ländlicher Raum

Ein Projekt der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Naila in Kooperation mit der Mehrgenerationen-Projekt Schmiede im Seniorenbüro Diakoniewerk Martinsberg für den Landkreis Hof

 

Naila lag jahrzehntelang im ehemaligen Zonengrenzgebiet. Die Löhne waren hier besonders niedrig. Das macht sich jetzt im Alter durch geringe Renten bemerkbar. Nach der Öffnung der Grenzen erhielten die angrenzenden neuen Bundesländer und Tschechien die Förder­mittel, so dass nach einem kurzen Boom zur Zeit der Grenzöffnung viele Firmen dorthin wechselten und wenig Neuansiedlung erfolgte. Junge Leute wanderten in die Gebiete ab, wo es Arbeit für sie gab, so dass viele alte Menschen jetzt mit ganz geringen Einkommen allein dastehen. Armut ist in den ländlichen Regionen Deutschlands häufig schambesetzt und soll durch weitgehenden Rückzug versteckt werden. Dadurch werden die Bedürfnisse ebenso wenig wahrgenommen wie die Lebensleistung der Betroffenen, die allenfalls als Hilfs- und Leistungsempfänger sichtbar werden. Die Armen brauchen eine Stimme, und zwar nicht irgendeine von außen: Sie brauchen ihre eigene Stimme.

Mit dem f.i.t.-Projekt „Sichtbar, aber auch nicht stumm …“ möchten die Kirchengemeinde in Naila und ihre Projektpartner diesen Menschen Räume und Gelegenheiten, Interesse und Respekt bieten – für das, was sie zu sagen haben.

Dies beginnt jeweils mit Geschichtencafés, die der Begegnung und Information dienen und zu denen die Kunden der Nailaer Tafel immer persönlich eingeladen werden. Eine Schreibwerkstatt und andere Kreativworkshops haben stattgefunden. Zudem wurden im Sinne der Biographiearbeit interessierte Menschen zu ihrem Leben interviewt. Gerade ist ein Buch mit Texten und Lebensgeschichten erschienen: „Sichtbar aber auch nicht stumm. Was Menschen mit Armutserfahrung zu sagen haben“. Die Stimmen derer, die sich zu Wort melden, bleiben auf diese Weise weit über den f.i.t-Projektzeitraum hinaus lesbar. Sie können Menschen berühren und andere inspirieren, selbst das Wort zu ergreifen … vielleicht sogar öffentlich, z.B. am 17. Oktober, dem „UNO-Welttag zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung“!

Was bisher geschah, können Sie hier lesen und per Mausklick auf das Bild sehen.

In diesem Artikel vom Juli 2013 äußert sich die Projektleiterin grundsätzlich.

Zum frisch erschienenen Buch und zum dritten Projektjahr gibt es jetzt diesen Flyer.

 

(01/2014)

Projektstatus: